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Schlagwort-Archiv Konzentration

Schönheit ist kein Luxus. Sie ist ein Produktivitätsfaktor.

Ich sitze an meinem Schreibtisch.


Die Fenster stehen weit offen. Ein leichter Sommerwind trägt den Duft von Gras und warmem Holz herein. Draußen bewegen sich die Blätter der Bäume beinahe lautlos. Helles Grün mischt sich mit dunklen Tönen, dazwischen schimmern einzelne rötliche Blätter in der Morgensonne. Ein Vogel landet auf einem Ast, irgendwo summt eine Hummel durch den Garten.


Ich nehme einen Schluck Kaffee.


Kein Verkehrslärm. Keine Hektik. Kein Gedränge.


Nur Ruhe.


Mein Schreibtisch ist aufgeräumt. Die Unterlagen liegen dort, wo ich sie brauche. Der Bildschirm steht vor einem Fenster, nicht vor einer grauen Wand. Ich arbeite dort, wo ich mich wohlfühle.


Und plötzlich passiert etwas Erstaunliches.


Gedanken fließen leichter. Probleme wirken lösbarer. Kreativität entsteht nicht unter Druck, sondern fast beiläufig. Ich bin konzentriert. Motiviert. Ganz bei der Sache.


Nicht, weil ich disziplinierter geworden bin.


Sondern weil die Umgebung mich dabei unterstützt.


Und dann stelle ich mir den anderen Arbeitsplatz vor.


Der Wecker klingelt eine Stunde früher.


Schnell duschen. Frühstück herunterstürzen. Im Berufsverkehr stehen. Überfüllte Bahnen. Stau. Hupende Autos. Verspätungen. Bereits vor Arbeitsbeginn hat der Tag Energie gekostet.


Dann öffnet sich die Bürotür.


Grauer Teppich.

Weiße Wände.

Künstliches Licht.

Klimaanlagenluft.

Reihen identischer Schreibtische.

Telefone klingeln.

Menschen laufen vorbei.

Jemand führt laut ein Meeting.

Der Kollege nebenan ist gestresst und hat kaum Zeit für ein freundliches Wort.


Statt Vogelgesang hört man Drucker.

Statt frischer Luft riecht es nach aufgebrühtem Kaffee und Teppichboden.

Statt Weite blickt man auf eine Trennwand.


Am Abend folgt der gleiche Weg zurück.


Zwei Stunden Pendeln.

Zwei Stunden Lebenszeit.

Jeden einzelnen Arbeitstag.


Und dann wundern wir uns, warum Menschen erschöpft sind.


Schönheit ist kein Luxus.


Wir behandeln schöne Arbeitsplätze oft wie einen netten Bonus.


Etwas für Architekturbüros.

Etwas für Designmagazine.

Etwas für die Hochglanzbroschüre eines Unternehmens.


Doch genau das ist der Irrtum.


Schön gestaltete Arbeitsplätze sind keine Dekoration.


Sie sind ein Produktivitätsfaktor.


Die moderne Umweltpsychologie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit genau dieser Frage:


Wie beeinflusst unsere Umgebung unser Denken, unsere Motivation und unsere Leistungsfähigkeit?


Die Antwort fällt erstaunlich eindeutig aus.


Menschen arbeiten besser, wenn sie sich in ihrer Umgebung wohlfühlen.


Unser Gehirn ist nicht für Beton gemacht.


Über Hunderttausende von Jahren lebte der Mensch in Landschaften voller Bäume, Wasser, Pflanzen und natürlicher Formen.


Erst seit wenigen Generationen verbringen wir unsere Tage zwischen Beton, Glas, Neonlicht und Klimaanlagen.


Unser Gehirn hat sich in dieser kurzen Zeit kaum verändert.


Deshalb reagieren wir bis heute auf Natur.


Nicht romantisch.

Sondern biologisch.


Studien aus der Umweltpsychologie zeigen immer wieder, dass bereits der Blick ins Grüne Stress reduzieren kann. Tageslicht verbessert Aufmerksamkeit und Wohlbefinden. Natürliche Materialien, Pflanzen und organische Formen fördern Konzentration und Erholung.


Unser Gehirn arbeitet dort am besten, wo es sich sicher fühlt.


Das Homeoffice kann genau dieser Ort sein.


Natürlich nicht jedes Homeoffice.


Der Küchentisch zwischen Wäschekorb und Geschirrspüler ist keine ideale Arbeitsumgebung.


Aber ein liebevoll eingerichteter Arbeitsplatz mit Tageslicht, Pflanzen, Ruhe und einem Blick ins Grüne kann erstaunliche Wirkung entfalten.


Man arbeitet nicht nur effizienter.

Man arbeitet auch lieber.


Und genau das wird häufig unterschätzt.


Motivation entsteht selten durch Kontrolle.

Sie entsteht durch gute Rahmenbedingungen.


Vertrauen schlägt Kontrolle.


Viele Unternehmen führen noch immer Diskussionen darüber, ob Mitarbeiter im Homeoffice tatsächlich arbeiten.


Vielleicht stellen wir einfach die falsche Frage.


Die bessere Frage lautet:


Unter welchen Bedingungen können Menschen ihre beste Arbeit leisten?


Denn hervorragende Ergebnisse entstehen selten durch Anwesenheitspflicht.


Sie entstehen durch Konzentration.

Durch Eigenverantwortung.

Durch Motivation.

Und durch Arbeitsbedingungen, die Menschen stärken statt erschöpfen.


Wer ständig unterbrochen wird, arbeitet nicht besser.

Wer täglich zwei Stunden pendelt, wird nicht kreativer.

Wer ausschließlich in sterilen Großraumbüros sitzt, entwickelt nicht automatisch die besseren Ideen.


Schönheit wirkt.


Vielleicht unterschätzen wir Schönheit grundsätzlich.


Ein gepflegter Garten beruhigt.

Eine historische Bibliothek inspiriert.

Ein Park lädt zum Nachdenken ein.

Ein heller Raum hebt die Stimmung.


Warum sollte all das ausgerechnet am Arbeitsplatz keine Rolle spielen?


Menschen verbringen einen erheblichen Teil ihres Lebens bei der Arbeit.


Dann sollte dieser Ort mehr sein als funktional.


Er sollte ein Ort sein, an dem gute Gedanken entstehen können.


Produktivität beginnt lange vor der ersten Aufgabe.


Sie beginnt mit dem ersten Blick aus dem Fenster.

Mit frischer Luft.

Mit Tageslicht.

Mit Ruhe.

Mit einer Umgebung, in der man gerne arbeitet.


Vielleicht ist genau das die eigentliche Erkenntnis:


Menschen leisten nicht Großartiges, weil sie unter Druck gesetzt werden.


Sie leisten Großartiges, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, ihr Potenzial zu entfalten.


Ein schöner Arbeitsplatz ist deshalb kein Luxus.


Er ist eine Investition.


In Motivation.

In Gesundheit.

In Kreativität.

Und am Ende auch in bessere Ergebnisse.


Denn die besten Ideen entstehen selten unter Neonlicht.


Sie entstehen oft dort, wo ein leichter Wind durch das offene Fenster weht und die Blätter der Bäume leise daran erinnern, dass wir Menschen Teil der Natur geblieben sind.


Weiterführende Quellen

Die Aussagen dieses Artikels stützen sich unter anderem auf Erkenntnisse aus der Umweltpsychologie, der Arbeitswissenschaft sowie der Architektur- und Organisationsforschung.

Homeoffice macht produktiver

Eine Folge der derzeitigen weltweiten Corona-Pandemie ist die Tatsache, dass viele Arbeitnehmen schon eine längere Zeit im Homeoffice arbeiten. In der Vergangenheit gab es viele, die das Homeoffice nicht wirklich schätzten, mit der Begründung, es verlocke Arbeitnehmer dazu, nicht produktiv zu arbeiten. Doch was ist an dieser Behauptung wahr?

Die beiden Stanford Ökonomen John Roberts und Nicholas Bloom zeigten in einer Studie eindrucksvoll folgende spannende Ergebnisse:

  • Die Arbeitsleistung stieg um 13% im Laufe von 9 Monaten an. Dies wurde hauptsächlich dadurch begründet, dass ein Heimarbeiter mehr Minuten am Tag produktiv arbeitete, weniger Pausen machte und weniger Krankheitstage hatte.
  • Die Produktivität pro Minute stieg, aufgrund der ruhigeren Arbeitsbedingungen zuhause, deutlich an.
  • Die Fluktuationsrate der Heimarbeiter ging um 50% zurück.
  • Laut einer Umfrage hatten Berufstätige, die zuhause arbeiteten, eine wesentlich höhere Arbeitszufriedenheit und waren seltener erschöpft von Ihrer Tätigkeit.

Die Studie wurde im Harvard Business Review ausführlich beschrieben, ist aber auch auf der Internetseite der Stanford University zu finden.

Konzentration stärken in der „Digitalen Welt“

Nicht nur in Projekten, sondern auch im Alltag ist es wichtig, voll und ganz bei der Sache zu sein. In Zeiten von Smartphones und vielerlei Unterbrechungen sollten wir uns alle das regelmäßig in Erinnerung rufen, wie wir konsequent und konzentriert an einer Sache arbeiten. Hierzu habe ich gerade einen sehr interessanten Artikel gefunden:

Weiteres auf der externen Internetseite von „t3n digital pioneers“ Konzentration, bitte! Mit diesen Tipps kannst du endlich fokussiert arbeiten

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